Seit Jahrtausenden bekannte sexuell stimulierende Pflanzen aus aller Welt- Vorkommen, Verarbeitung, Einnahme und Wirkungen


Maca- Wurzel

Erscheinungsbild, Knolle und Blatt:

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Das auch Lepidium peruvianum genannte Gewächs wächst als zwei- oder selten einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von nur etwa 20 Zentimeter. Wohl als Anpassung an starken Wind wächst sie in flachen Matten.

Als Speicherorgane werden Hypokotyl-Knollen gebildet, die bei einer Länge von 2 bis 5 oder 10 bis 14 Zentimeter und einem Durchmesser von 3 bis 5  Zentimeter birnenförmig sind und viel Wasser enthalten. Die Farben (weiß, gelb, rosafarben bis rot) und auch andere Merkmale der Maca-Sorten unterscheiden sich.

Der liegende Stängel ist wenig verzweigt. Die grundständigen Laubblätter sind fleischig, gefiedert bis doppelt fiederschnittig und oft etwas leierförmig.

Blütenstand und Blüte:

Die Blütenstandsschäfte sind meist 3 bis 10, selten bis zu 20 Zentimeter lang. Die Hochblätter sind einfach und gelappt oder tief gekerbt. Der rispige Gesamtblütenstand ist aus 1 bis 2, selten bis zu 5 Zentimeter langen traubigen Teilblütenständen zusammengesetzt. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und vierzählig. Die vier Kronblätter sind cremeweiß. Es erfolgt Selbstbefruchtung. Es sind nur zwei Staubblätter vorhanden. Die gelben Staubbeutel öffnen sich mit einem Längsschlitz. An der Basis des Fruchtknotens befinden sich vier grüne Nektarien, zwei auf jeder Seite der Staubblätter.

Frucht und Samen:

Die 4 bis 5 Millimeter langen Schötchen öffnen sich mit zwei keilförmigen Klappen, die jeweils nur einen Samen enthalten. Die gräulich-roten Samen sind bei einer Länge von 2 bis 2,5 Millimeter eiförmig.

Anbau:

Die Maca-Pflanze ist extremen klimatischen Bedingungen ausgesetzt: starke Temperaturschwankungen, kontinuierlich kräftige Winde und intensive UV-Strahlung durch die Höhenlage. Insgesamt handelt es sich bei Maca um eine robuste Pflanze mit hoher Widerstandskraft.

Der Anbau von Maca erfolgte ursprünglich in einem begrenzten Gebiet der peruanischen Anden um den Junín-See herum, in Höhenlagen zwischen 4000 und 4400 Meter. Auch heute noch wird die Pflanze in ihrem traditionellen Verbreitungsgebiet angebaut. In der chinesischen Provinz Yunnan wird Maca inzwischen industriell angebaut und verarbeitet. Die wegen seiner historischen Altstadt berühmte Weltkulturerbestadt Lijiang ist das Zentrum des Anbaus. Rund 100.000 Menschen sind damit beschäftigt und produzierten 2014 bereits für rund € 600 Millionen Maca-Produkte. Nach Ergebnissen der Yunnan Agriculture University in Kunming wächst die "Wunderpflanze" optimal auf Höhen von 2.800 - 3.500 m und Temperaturen von 5 bis 10 Grad C. Das Dresdner Klima ist somit für den Anbau ungeeignet.

Nutzung, Verwendung als Nahrungsmittel:

Die süßlich schmeckenden Knollen werden gegessen. Sie können langsam gebacken werden oder nach dem Trocknen gekocht und zu einem süßen, aromatischen Brei verarbeitet werden, der in Südamerika mazamorra genannt wird. Der Nährwert getrockneter Maca-Knollen ist hoch, vergleichbar mit dem von Mais, Reis und Weizen. Es sind 59 % Kohlenhydrate, 10,2 % Proteine, 8,5 % Faserstoffe und 2,2 % Lipide enthalten. Sie zeichnen sich aus durch einen hohen Anteil an essentiellen Aminosäuren und der Anteil an Eisen sowie Calcium ist höher als in Kartoffeln. Maca-Knollen enthalten einen hohen Anteil an Fettsäuren, beispielsweise Linolen-, Palmitin- und Ölsäure. Sie sind reich an Sterolen und Mineralen. Die getrockneten Knollen enthalten 13 bis 16 % Proteine und sind reich an essentiellen Aminosäuren. Frische Knollen besitzen meist einen hohen Anteil an Jod sowie Eisen und auch geringe Mengen an Alkaloiden, Tanninen und Saponinen. Getrocknete Knollen speichern Inhaltsstoffe gut, beispielsweise enthalten 7 Jahre alte Knollen noch 9 bis 10 % Proteine. Getrocknete Knollen sind braun, weich und süß mit einem moschusartigen Geschmack, der für mindestens zwei Jahre erhalten bleibt. Junge Blätter werden roh oder gegart gegessen. Sie besitzen einen scharfen, an Kresse erinnernden Geschmack.

Gesundheitsbezogene Verwendung:

Maca- Mehl war Jahrhunderte lang das Hauptnahrungsmittel der altperuanischen Inka- Krieger (deshalb haben heutige Peruaner auch überdurchschnittliche Penislängen), wahrscheinlich auch Hauptnahrungsmittel der Vorfahren der Inkas (Sex- Orgien der Moche- Priesterinnen). 

Der Maca-Wurzel werden positive Effekte auf die körperliche Leistungsfähigkeit und die psychische Belastbarkeit zugeschrieben. Klinischen Studien zufolge ist dieser Effekt nicht auf einen endokrinologischen, d. h. die Hormon-Bildung beeinflussenden Effekt zurückzuführen; eine Veränderung der Hormonwerte konnte beim Menschen nicht beobachtet werden. Jedoch scheint ein positiver Effekt auf sexuelle Funktionsstörungen zu bestehen. Nahrungsergänzungsmittel, die Maca-Pulver enthalten, werden in Europa und den USA seit einiger Zeit als natürliches Potenzmittel vermarktet. Wie bei vielen anderen Mitteln dieser Art sind diese Effekte wissenschaftlich nur teilweise belegt.

Die Zufuhr über handelsübliche Nahrungsergänzungsmittel liegt deutlich unter der Ernährungs-Zufuhr der Anden-Bewohner. Es wird fast ausschließlich das getrocknete Knollenpulver verwendet.

Studien aus Südamerika und den Vereinigten Staaten (die jedoch mehr auf Erfahrungsberichten als auf messbaren Daten beruhen) zeigen jedoch, dass Probanden von einer Steigerung der sexuellen Lust und Leistungsfähigkeit, einem gestärkten Immunsystem und mehr Energie berichten, weiter soll Depressionen und chronischer Müdigkeit entgegengewirkt werden.

Der peruanische Wissenschaftler Gustavo Gonzales gab zwölf Männern zwischen 20 und 40 Jahren drei Monate lang Maca und untersuchte danach ihre Fertilität (Fruchtbarkeit). Schon nach zwei Wochen konnte er eine durchschnittliche Verdoppelung der Spermienzahl feststellen. Gleichzeitig wurden mehr männliche Hormone gebildet und die Probanden beschworen, dass ihr sexuelles Verlangen deutlich zugenommen habe.

Chinesische Wissenschaftler veröffentlichten eine Studie, bei der Maca-Extrakt Mäusen verabreicht wurde, die anschließend zu 47 bis 67 Orgasmen, in der Kontrollgruppe nur zu 16 Orgasmen, in drei Stunden fähig waren.

Der Neurologe Fernando Cabieses, der ebenfalls die potenzfördernde Wirkung von Maca untersuchte, stellte fest, dass die Pflanze nicht nur die Erektionsfähigkeit steigert, sondern langfristig auch den allgemeinen Antrieb, sich sexuell zu betätigen.


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Ziegenkraut

        

Trivialname: Ziegenkraut, Botanischer Name: Epimedium grandiflorum, 

Familie: Berberidaceae- Sauerdorngewächse

Namen und Synonyme: Ziegenkraut, Bischofsmütze, Elfenblume, Feenkraut, Sockenblume. 

Botanisch: Epimedium grandiflorum. Synonym: Epimedium macranthum, Epimedium sagittatum. Englisch: Horny goat weed. 

Chin. Medizin: Yin Yang Hou (das bedeutet soviel wie unzüchtige Ziegenwurzel) 

Beschreibung:

Ziegenkraut wächst als kleiner, mehrjähriger Busch. Die herzförmigen Blätter sind häufig mit rotem Rand und gezähnt. Die Stengel haben eine Länge von ca. 30 cm. Die Blüten bilden sich im Frühjahr und sind spinnenförmig . Es gibt sie in reinweiß und rosafarben mit weißen Spitzen. 

Vorkommen:

Epimedium grandiflorum wächst vorwiegend in Asien bis zum Mittelmeer. Z.B. in Japan, Korea und China als kleiner Busch. 

Geschichte:

Ein Hirte hat beobachtet, dass seine Ziegenböcke nach dem Verzehr des Ziegenkrautes sexuell sehr aktiv wurden. Daher der Name. 

Drogen und Inhaltsstoffe:

Verwendet wird das ganze Kraut. Inhaltsstoffe von Ziegenkraut sind Kämpferolderivate, n-Hexacosylalkohal und Icariin Des-O-methylicariin. 

Eigenschaften und Wirkungen:

Geschmack: süß und scharf. Es hat eine erhöhende Wirkung auf den Testosteronspiegel beim Mann und auch bei der Frau wird die Sexuallust erhöht. Untersuchungen haben erwiesen das das Ziegenkraut die Bluzufuhr zum Penis erhöht und die Anzahl der Spermien erhöht wird. Auf die Psyche und den Organismus hat Epimedium grandiflorum ebenfalls eine anregende, durchblutungs- und gedächtnisfördernde Wirkung (erweitert die Blutgefäße). Ausserdem wirkt sie blutdrucksenkend und soll allgemein eine verjüngende Wirkung auf den Körper haben. 

Achtung: bei Überdosis können Schwindel, Erbrechen und Nasenbluten auftreten. 

Verwendung:

Verwendet wird die ganze Pflanze meist getrocknet. Epimedium macranthum wird medizinisch verwendet bei Asthma, Lumbago, Durchblutungsstörungen (kalte Hände und Füße), Bronchitis, bei Husten, ejaculatio praecox, Impotenz und Gebärmutterkrebs. Sie ist ein wichtiges Aphrodisiakum in China. 

Zubereitung:

Pro Tag ist es empfehlenswert 1 Tasse Tee zu trinken (nach 2 Wochen beginnt die Wirkung). Noch wirksamer ist es aber, das Ziegenkraut in Alkohol einzulegen. 

Kultivierung:

Die Sockenblume liebt feuchte nährstoffreiche Böden. Im September wird die Epimedium sagittatum ausgesäht, sie überwintert und wird im Frühjahr zurückgeschnitten, bevor die neuen Triebe wachsen. 

Andere Literaturquelle:

Die Gattung Epimedium ist natürlich nur in der Alten Welt auf der Nordhalbkugel verbreitet. Es gibt zwei Hauptverbreitungsgebiete: zum einen das gemäßigte Asien und zum andern das Gebiet vom Mittelmeerraum bis zum Schwarzmeerraum. Im südöstlichen China liegt die größte Artenvielfalt vor. Keine der Epimedium-Arten besitzt ein weites Verbreitungsgebiet.

Epimedium-Arten werden in der traditionellen chinesischen Medizin als Heilmittel verwendet, besonders bei Rheumatismus sowie Bluthochdruck bei Frauen in der Menopause.

Aufgrund des Inhaltsstoffes Icariin werden einige Epimedium-Arten in der Volksmedizin verwendet. Die medizinischen Wirkungen von Icariin wurden von mehreren Arbeitsgruppen untersucht. Versuche mit Icariin an Ratten zeigen, dass es neurotrophische Effekte verursacht und einen Einfluss auf die Erektion des Rattenpenis besitzt. Diese Stimulanzwirkung ist auch beim Menschen anzutreffen. Es wird aber davor gewarnt, Getränke oder Nahrungsmittel mit Epimedium-Auszügen während der Schwangerschaft und der Stillzeit zu verwenden. J. A. Duke und E. S. Ayensu schreiben in Medicinal Plants of China, dass die Einnahme von Extrakten aus den Blättern von Epimedium grandiflorum die Häufigkeit von Kopulationen bei Tieren erhöht.


Turnera Diffusa (Damiana, Deseo) 

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Damiana (Turnera diffusa) ist eine Pflanzenart in der Gattung der Safranmalven (Turnera). Ihr natürliches Verbreitungsgebiet reicht vom südlichen Nordamerika bis nach Argentinien. Bekannt ist diese Art vor allem wegen der ihr zugeschriebenen Wirkung als natürliches Aphrodisiakum, sie wird aber u.a. auch wegen der enthaltenen ätherischen Öle wie Cineol und Thymol bei Erkältungen und aufgrund des Koffeingehalts als Tonikum eingesetzt.

Damiana ist ein häufig vielverzweigter, kleiner Strauch, der Wuchshöhen von 1 bis zu 2 Meter erreicht. Alle Pflanzenteile sind fein oder flaumig behaart.

Die Laubblätter sind in der Spreitenform und Größe sehr variabel. Das Spektrum reicht von lanzettlich, über spatelförmig bis verkehrt-eiförmig. In der Regel sind die Laubblätter zwischen 1 und 2 Zentimeter lang. Der Blattrand ist gesägt oder gekerbt. Die Basis ist keilförmig. Die Blattrippen verlaufen an der Blattoberseite. Sie sind eingesenkt. Die Blatthaare stehen gehäuft an den Rippen.

Die zwittrigen Blüten sind sehr kurz gestielt, fast sitzend. Der Kelch ist fünfzähnig. Die Kronblätter sind spatelförmig und leuchtend gelb. Sie sind 4 bis 8 Millimeter lang und überragen die Kelchzähne deutlich. Die Blütezeit reicht vom frühen bis späten Sommer.

Die rundovale, mit einem Durchmesser zwischen 1,5 und 2 Millimetern, Kapselfrucht duftet süß und schmeckt feigenähnlich; sie ist einkammerig und öffnet sich dreiklappig.

Inhaltsstoffe:

Vor allem die Blätter enthalten viele Terpene, unter anderem Cineol, Arbutin, Cadinen, Damianin, p-Cymol, Pinen und Thymol, aber auch Tannin und Koffein. Die ätherischen Öle der Pflanze sind leicht flüchtig. Der Geruch der Blätter ist aromatisch und der Geschmack erträglich.

Verbreitung:

Damiana liebt trockene, felsige offene Standorte. Häufig findet sie sich auf Kalkstein, auf Klippen oder in Mischwäldern in Höhenlagen zwischen 500 und 1950 Meter.

Im Norden reicht das Verbreitungsgebiet bis in die Vereinigten Staaten. Dort findet sich diese Art in Kalifornien und Texas. Nach Süden reicht das Verbreitungsgebiet durch ganz Mittelamerika, über die karibischen Inseln bis Argentinien. Schwerpunkte der Verbreitung liegen in der Baja California und in Nordmexiko. In Guatemala ist diese Art selten.

Etymologie und Systematik:

Der Trivialname Damiana leitet sich vom Schutzpatron der Apotheker ab, dem heiligen Damian.

Der Wissenschaftliche Name der Gattung Turnera ehrt den britischen Ornithologen und Botaniker William Turner (um 1510–1568). Das Artepitheton diffusa stammt aus dem Lateinischen und bedeutet ausgebreitet. Es wurde wegen des häufig weitverzweigten Wuchsbildes gewählt.

Neben dem gültigen wissenschaftlichen Namen existieren folgende Synonyme: Turnera aphrodisia L.F.Ward, Turnera aplirodisiaca Willd., Turnera hlirrlifiisa Endl. und Turriera pringlei Rose. Die in der Baja California verbreitete Damiana wurde von Ignatz Urban als Varietät Turnera diffusa var. aphrodisiaca (Ward) Urban beschrieben, dieser Ansicht wird jedoch heute in der Regel nicht mehr gefolgt.

Die Erstbeschreibung von Turnera diffusa erfolgte 1820 durch Carl Ludwig von Willdenow in Josef August Schultes: Systema Vegetabilium, 6, S. 679. Turnera diffusa gehört zur Serie Microphyllae Urb. aus der Gattung Turnera in der Unterfamilie der Turneroideae innerhalb der Familie der Passifloraceae.

Verwendung:

Die Blätter werden während der Blütezeit geerntet, um daraus die pharmazeutische Droge zu gewinnen.

Vor allem in Mexiko ist Damiana ein beliebtes Heilkraut. Dort wird es unter den Namen Misibcoc oder Chac-Mixib verwendet, um Erkältungen, Infektionskrankheiten oder Erkrankungen der Blutgefäße zu heilen. Dazu wird aus getrockneten Blättern ein Tee zubereitet oder ein Likör mit den Blättern aromatisiert. Die getrockneten Blätter können auch auf Märkten in Mexiko und Guatemala gefunden werden. Kleinere Mengen kommen auch auf den Markt in den Vereinigten Staaten und Europa, dort ist Damiana als Heilpflanze aber relativ unbekannt.

Mahinda Martínez behauptet in seinem Buch Las Plantas Medicinales de México, dass Damiana schon bei den Mayas traditionell als Aphrodisiakum und Stärkungsmittel Verwendung fand. Christian Rätsch beschreibt die Pflanze in der Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen als zuverlässiges Mittel in Fällen von sexueller Impotenz, speziell, wenn diese Impotenz auf ein Übermaß an sexueller Aktivität zurückzuführen sei. Damiana würde jedoch auch bei Spermatorrhoe (Samenfluss ohne geschlechtliche Erregung) und Orchitis (Entzündung der Hoden) verschrieben.

Thomas P. Lowry schreibt im Journal of Psychoactive Drugs, ihm hätten Frauen berichtet, dass die Pflanze eine entspannende Wirkung bei Menstruationsschmerzen und -krämpfen hätte.

Damiana wird jedoch auch als Droge und Aphrodisiakum verwendet. Bert Marco Schuldes berichtet in seinem Buch Psychoaktive Pflanzen von erotischer Stimulation, einer Verstärkung erotischer Gefühle und der Hautsensibilität. Jedoch fehlen bisher wissenschaftliche Nachweise, die solche Wirkungen bestätigen. Studien deuten jedoch auf eine von Damiana ausgehende Anti-Progesteronwirkung hin, was zumindest die dem Kraut zugeschriebene Erhöhung der Libido erklären könnte.

Damianablätter können pur oder in Kräutermischungen als Tabakersatz geraucht werden, es werden auch fertige Rauchmischungen wie Knaster Special Quality oder Cameron Valley im Handel angeboten, jedoch sind diese seit dem 20. Juni 2007 wie Tabak versteuert.

Seit einiger Zeit wird in deutschen Apotheken das teure Potenzmittel "deseo" angeboten. Recherchen von Frank ergaben, dass es sich von den Grundwirkstoffen her um ein Extrakt dieser Pflanze handelt.



Die eventuell mögliche Wirkung von Anti-Aging-Pflanzen auf die sexuelle Stimulierung

Die seit Jahrtausenden bekannten sexuell stimulierenden Pflanzen wirken auch positiv auf die allgemeine Gesundheit, gegen vorzeitiges Altern, Verhinderung von Krebserkrankungen und stärken die allgemeine Vitalität.

Spezielle Forschungen dazu sind erst im Anfangsstadium oder in der Wiederentdeckung jahrtausende alter Überlieferungen.

Somit ist es umgekehrt genau so gut möglich, dass die allgemeine Vitalität fördernde Pflanzen wir z.B. Jiaogulan, Vitalbeere, Ginseng, usw.; auch sexuell stimulierend wirken.

Jiaogulan ("Kraut der Unsterblichkeit") 

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Gynostemma pentaphyllum (chinesisch 絞股藍 / 绞股蓝, Rankende Indigopflanze‘) ist eine Pflanzenart der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Teile der Pflanze werden als Gemüse, Salat oder Tee zubereitet.

Beschreibung:

Gynostemma pentaphyllum ist eine schlanke, kletternde, einjährige bis ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchslängen von vier bis acht Metern. Sie bildet Wurzelknollen als Überdauerungsorgan aus. Sie ist fein behaart bis verkahlend. Die Ranken sind gegabelt, selten einfach. Die häutigen bis papierartigen, annähernd symmetrischen, unpaarig gefiederten Laubblätter sind einfach bis fußförmig aus fünf bis neun Blättchen zusammengesetzt und von eiförmiger über umgekehrt-eiförmiger bis lanzettlicher Form. Das endständige Blättchen ist 4 bis 14 cm lang und 2 bis 5 cm breit, alle weiteren kleiner. Die Blättchen sind spitz bis stumpf an der Spitze, am Ansatz stumpf bis keilförmig zugespitzt und am Rand unregelmäßig gesägt, wenn behaart, dann vor allem entlang der Nervatur.

Gynostemma pentaphyllum ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Die Blütenstände sind bis zu 30 cm lang und herabhängend. Die Blüten sind mit kleinen Tragblättern versehen, die dreieckigen Kelchabschnitte 5 bis 20 mm lang, die gelblich-grünen Kronlappen dreieckig-lanzettlich und 2 bis 3 mm lang.

Die Früchte sind runde und glatte Beeren mit einem Durchmesser von 5 bis 8 mm, die dunkelgrün bis fast schwarz werden, wenn sie reif sind.

Vermehrung durch Rhizome:

Gynostemma pentaphyllum ist in China, Taiwan, Japan, Korea, Thailand, Indien und im gesamten malesischen Raum beheimatet. Sie besiedelt Dickichte und gedeiht in Höhenlagen bis 3200 Metern Meereshöhe, bevorzugt aber warmes und feuchtes Klima. Überlebensfähige Lufttemperaturen sind mit -15 °C bis +41,5 °C angegeben, jedoch liegt die optimale Wuchstemperatur bei +15 °C bis +30 °C. Die Pflanze bevorzugt schattige Wuchsplätze mit einer wachstumsfähigen Beleuchtung von 40–80 % und einer optimalen Beleuchtung von 65–75 %. Stickstoff-, Phosphor- und humusreiche, feuchte Erde mit einem pH-Wert von 5,5 bis 8,0 (optimal: 6,5 bis 7,0) sind ideal für das Wachstum von G. pentaphyllum. Die optimale Erde ist mehr als 30 cm tief, gut durchlüftet und hält Wasser, wie z. B. sandige Lehmböden. Unter diesen Umständen ist das Wachstum und die Beerenproduktion, sowie der Saponin-Gehalt (Gypenoside) der Pflanze am höchsten.

Systematik und botanische Geschichte:

Die Pflanze wurde erstmals 1406 während der Ming-Dynastie durch Zhu Xiao im Buch „Heilkräuter gegen die Hungersnot“ beschrieben. Die westliche Erstbeschreibung wurde 1784 durch den schwedischen Naturforscher Carl Peter Thunberg unter dem Namen Vitis pentaphylla veröffentlicht. Der deutsch-holländische Botaniker Carl Ludwig Blume überstellte sie 1825 als Gynostemma simplicifolium in eine andere Gattung. Der japanische Botaniker Makino Tomitarō behielt 1902 diese Entscheidung bei, verwandte jedoch wieder das Artepitheton der Erstbeschreibung durch Thunberg und schuf so das heute gültige Taxon Gynostemma pentaphyllum.

Inhaltsstoffe:

Bis 2005 wurden über 100 Saponine, genannt Gypenoside oder Gynosaponine, aus G. pentaphyllum isoliert und identifiziert. Der Gesamtsaponin-Gehalt beträgt ~ 2,4 % der getrockneten Pflanze. Acht dieser Gypenoside entsprechen den protopanaxadiol-artigen Ginsenosiden, die in Panax ginseng zu finden sind. Diese Ginsenoside machen rund 25 % der Gesamtgehalts an Gypenoside in der Pflanze aus und gelten als erster Nachweis für das Vorkommen von Ginseng-Saponinen außerhalb der Araliengewächse. Studien zeigen, dass der gesamte Saponingehalt der Pflanze am höchsten vor der Blüte ist.

Verwendung:

In Thailand und China werden frische Blätter als Salat oder spinatähnlich verwendet. Sowohl aus den getrockneten, als auch den frischen Blättern kann zudem Tee zubereitet werden.

Hyperlipidämie:

Die chinesische Regierung hat 1987 Gynostemma-Tabletten, die hauptsächlich Gypenoside enthalten, zur Behandlung von Hyperlipidämie zugelassen.

Traditionelle chinesische Medizin (TCM):

Verwendung findet G. pentaphyllum in der traditionellen chinesischen Medizin:

TCM-Effekte: Hitze ausleiten, Geistlosigkeit ergänzen, Gift auflösen, Blutzuckerspiegel senken, Leberfunktion schützen

TCM-Indikation: bei Geistlosigkeit und abnormem Verfall der Kräfte, Sepsis (Blutvergiftung), Hyperlipidämie (Störungen des Lipoproteinstoffwechsels), viraler Hepatitis, chronischer Gastroenteritis (Magen-Darm-Entzündung), chronischer Tracheitis (Entzündung der Luftröhre)

Toxizität:

Eine Studie der medizinischen Fakultät an der Universität Chiang Mai in Thailand zeigte 2013, dass ein standardisierter Extrakt aus G. pentaphyllum, der mit Hilfe von heißem Wasser gewonnen wurde, keinerlei tödliche oder toxische Wirkung an Ratten zeigte. Die LD50-Werte für den Gesamtsaponin-Gehalt betragen 1,85 g·kg−1 (Ratte, i.p.) und 755−838 mg·kg−1 (Maus, i.p.).


Ginseng (koreanischer, winterharter)

Was dem Europäer der Knoblauch, ist dem Asiaten die Ginsengwurzel. Wohl jeder hat schon von den daraus hergestellten Produkten gehört, doch der Ginsengpflanze selbst haftet immer noch Geheimnisvolles an. Dies hängt mit der Form der Ginseng-Wurzel zusammen, die an Körperteile des Menschen erinnert.

Der Begriff Ginseng wird vom chinesischen Ren-Shen (= Menschenpflanze) abgeleitet, das chinesische Schriftzeichen dafür ist das gleiche wie für die Manneskraft. Belegt ist ihre Wirkung nicht, doch gilt die Wurzel in Asien als Aphrodisiakum. Sie enthält Ginsenoside, Saponine, Glykoside und andere Wirkstoffe. Seit mehr als 4.000 Jahren wird Panax ginseng in Asien als Heilmittel angewendet. Zahlreiche Untersuchungen haben belegt, dass sich bei kurmäßiger Anwendung viele positive Wirkungen ergeben können. Ginseng soll ganz allgemein die Vitalkräfte anregen, regulierend auf Blutdruck, Herz und Kreislauf, Spannkraft, Nerven und Stress wirken, die Konzentrations- und Merkfähigkeit verbessern, Altersbeschwerden vorbeugen und die Immunabwehr stärken. Die getrockneten Wurzeln werden zu zahlreichen Produkten verarbeitet (Tee, Tonikum, Kapseln). Sie sind lange lagerfähig und bleiben heilkräftig, doch frisch als Tee oder Würze zum Essen genossen, ist die Wirksamkeit besonders gut. Überdosierungen sind bei dieser Naturmedizin kaum möglich. Ein stetiger Verzehr wird jedoch angeraten.

Ginseng gehört zu den Araliengewächsen. Die Pflanzen haben gefingerte Blätter, grünlichweiße Blüten im April bis Mai und leuchtendrote Beeren ab Spätsommer. Es gibt in China, Japan, Korea und Alaska mehrere wildwachsende Arten, von denen Panax quinquefolius, der wüchsige mehrjährige Nordamerikanische Ginseng (Chinesisch: Sang), eine größere Bedeutung hat. Er gedeiht wild in weiten Teilen Nordamerikas und gilt als schneller im Wuchs und leichter kultivierbar, aber seine Inhaltsstoffe werden als geringwertiger eingestuft.

Größere Kulturen davon gibt es auch in China, aus denen die Wurzelqualität "China White" angeboten wird.

Der echte Koreanische Ginseng (Panax ginseng) wächst wild in schattigen Laubwäldern, wird aber auch in Fernost in großen Plantagen kultiviert. Bedeutende Kulturen davon sind ebenfalls an anderen geeigneten Standorten zu finden, unter anderem in Belgien und in der Lüneburger Heide. Die 30 bis 40 cm niedrigen Pflanzen dieser Art sehen mit ihren glänzenden, geteilten Blättern und den leuchtendroten beerenartigen Früchten an der Spitze gefällig aus. Sie brauchen unbedingt Schatten, in Wäldern oder unter Schattiernetzen. Als Bodendecker passen sie ins schattige Moorbeet, zu Rhododendron, Azaleen, Heidekraut und Preiselbeeren. Sie sind winterhart, sehr genügsam, nehmen mit humosem, sandigem, eher trockenem Waldboden Vorlieb und verabscheuen jede Art von Dünger. Je langsamer das Wachstum und je spartanischer die Bedingungen, desto größer ist die Heilkraft der Wurzeln, die man nach einigen Jahren der Kultur während der Ruhezeit im Herbst und Winter ernten kann. Die Wurzeln werden nach 6- bis 8-jähriger Kultur ausgegraben und frisch oder gepellt und getrocknet angeboten.

ANBAU AUF SAUREM BODEN:

Wer einen schattigen Garten hat und sandig-saure Bodenverhältnisse herstellen kann, dem steht bei der Anlage eigener Ginseng-Kulturen nichts mehr im Wege. Vorgezogene einjährige Jungpflanzen werden im Oktober oder November gepflanzt. Wie bei vielen Kaltkeimern gelingt die Aussaat am besten in der kühlen Jahreszeit von September bis April. In der freien Natur setzt die Keimung erst im zweiten Jahr nach der Beerenernte ein. Wünschenswert ist stratifiziertes, also in feuchten Sand geschichtetes Saatgut, das auch außerhalb des Winters keimt. Dabei folgt auf eine Phase mit Temperaturen um 20 °C eine Kühlperiode mit 2 bis 8 °C. Üblicherweise wird gleich nach der Ernte im Frühherbst ein Kunststoffbehälter mit vom Fleisch befreiten Beeren draußen im Boden vergraben und erhält dort unter natürlichen Bedingungen die Kälteeinwirkung.

AUSSAAT UND KULTUR:

Gesät wird im folgenden Herbst. Die Samen werden dünn verteilt und etwa 2 cm hoch mit sandiger Erde bedeckt. Als vorteilhaft haben sich Hanglagen oder Dammkulturen erwiesen, von denen das Wasser ablaufen kann, denn gegen Staunässe und allzu schweren Boden mit Lehm sind die Wurzeln des Ginsengs empfindlich. Ein idealer pH-Wert liegt zwischen 5,5 und 6,5.

Die Erde wird mit einer 2 bis 4 cm hohen Mulchschicht aus Sägespänen, Flachsspänen oder Strohhäcksel bedeckt, was den Boden schattiert und am Austrocknen hindert.

Danach allerdings übt man sich in Geduld bis zur Wurzelernte in frühestens vier, meist jedoch sechs bis acht Jahren, muss nur für die nötige Unkrautbekämpfung, für zuverlässige Schattierung (Reduzierung um circa 80 Prozent) und für Schneckenbekämpfung (ganz wichtig) sorgen. An Pilzkrankheiten treten Phytophthora cactorum, Alternaria panax und Botrytis cinerea auf, die frühzeitig bekämpft werden müssen.

 

Ginseng ist in Mitteleuropa winterhart. Allerdings gilt es aufzupassen in Spätfrostperioden im April oder Mai, wenn die austreibenden Samen und Sprosse besonders empfindlich sind. Im Spätherbst, wenn die Sprosse mit hübscher Laubfärbung zur Überwinterung einziehen, sollte man die Schattierung wieder entfernen.


Vitalbeere

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Die Apfelbeeren (Aronia) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die nur drei Arten stammen ursprünglich aus dem östlichen Nordamerika und wachsen dort als Strauch von ein bis zwei Metern Höhe. Die auf Grund ihrer Apfelfrüchte am häufigsten angebauten beiden Arten sind die Filzige Apfelbeere (Aronia arbutifolia) und die Schwarze Apfelbeere (Aronia melanocarpa).

Aronia-Arten sind sommergrüne Sträucher mit spitzen, auffallend weinroten Winterknospen. Die einfachen Laubblätter sind elliptisch bis verkehrt-eiförmig, 2 bis 8 Zentimeter lang, meist kurz zugespitzt, fein kerbig gesägt, oberseits auf der Mittelrippe mit schwarzroten Haaren mit leuchtend roter Herbstfärbung.

In schirmrispigen Blütenständen stehen zehn bis zwanzig Blüten zusammen. Die zwittrigen, radiärsymmetrischen, fünfzähligen Blüten weisen einen Durchmesser von etwa ein Zentimeter auf. Es sind fünf Kelchblätter vorhanden. Die fünf freien Kronblätter sind weiß oder blass rosa. Die meist zwanzig purpurnen, behaarten Staubblätter sind an ihrer Basis verwachsen. Die roten oder schwarzen, apfelförmigen Früchte weisen einen Durchmesser von 5 bis 12 Millimetern auf und besitzen ein Kerngehäuse.

Nutzung:

Die auf Grund ihrer Apfelfrüchte am häufigsten angebauten beiden Arten sind die Filzige Apfelbeere (Aronia arbutifolia) und die Schwarze Apfelbeere (Aronia melanocarpa).

Aronia-Sorten sind wenig anfällig für Pflanzenkrankheiten. Die hohe Flavonoid-Konzentration in der Schale macht sie unempfindlich gegen äußere Einflüsse wie UV-Licht oder Schädlinge.

Die obstbauliche Nutzung begann zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch den russischen Biologen und Obstzüchter Iwan Mitschurin, der die Aronia um 1910 mit anderen Obstsorten wie Ebereschen und Mispeln gekreuzt oder sie zumindest veredelt haben soll.

Die erbsengroßen, schwarzen, häufig wachsartig überzogenen Früchte, die ab Mitte August bis Oktober geerntet werden können, schmecken süß-säuerlich-herb und ähnlich der Heidelbeere. Die Beeren werden entweder getrocknet (wie Rosinen) verwendet oder durch Dampfentsaften als Saft getrunken. Sie finden in gemahlener Form auch häufig Verwendung in selbstgemixten Frucht-Smoothies.

Aufgrund des hohen Flavonoid-, Folsäure-, Vitamin-K- und Vitamin-C-Gehalts zählt(e) die Aronia in Polen und Russland zu den Heilpflanzen. In vitro wurde nachgewiesen, dass Fruchtextrakt von Aronia melanocarpa den oxidativen Stress, hervorgerufen durch Operation oder in verschiedenen Phasen der Chemotherapie, bei Patienten mit invasivem Brustkrebs dank seiner antioxidativen Wirkung signifikant reduziert.

Wegen ihrer kräftigen roten Farbe (Anthocyane) wird sie ferner als Ersatz für Lebensmittelfarben (vor allem Cochenillerot A) verwendet.


Weitere sexuell stimulierende Pflanzen:

Kalmus (Acorus Calamus):

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Der Kalmus ist eine große duftende Pflanze mit schwertförmigen Blättern und unscheinbaren gelbgrünen Blüten. Sie kommt in Sümpfen und an Rändern von Gewässern in Europa, Asien und Nordamerika vor.

Verwendung:

Die Wurzeln werden im späten Herbst oder Frühling gesammelt, gewaschen, von den Wurzelhaaren befreit und bei niedriger Temperatur getrocknet. Die Wurzel kann gekaut oder zerkleinert als Tee zubereitet werden. Die Dosis beträgt 5 bis 25 cm der Wurzel. Mit zunehmenden Alter zersetzt sich die Wurzel und ist nach etwa einem Jahr inaktiv. Sie muss kühl und trocken gelagert werden.

Wirksame Inhaltsstoffe: Asarone und Beta-Asarone

Wirkungen:

Ein bleistiftdickes Stück der Wurzel, das etwa 5 cm lang ist, wirkt stimulierend und erzeugt eine heitere Stimmung. Ein 25 cm langes Stück kann zu Veränderungen der Wahrnehmung und zu Halluzinationen führen.

Kalmus wirkt, insbesondere als Badezusatz, aphrodisierend.

Nebenwirkungen:

Kalmus sollte nicht zusammen mit MAO-Hemmern eingenommen werden.

Manche Stämme der Krähenindianer kauen die Wurzeln regelmäßig zur Mundhygiene und als Anregungsmittel. Nebenwirkungen konnten dabei nicht beobachtet werden. Einige Experimente scheinen darauf hinzuweisen, dass extreme Mengen von Kalmusöl bei Ratten zu erhöhtem Krebsrisiko führen können. Bei Menschen ist ähnliches nicht beobachtet worden.

Besonderheiten:

Es gibt drei Unterarten von Kalmus, von denen insbesondere die in Deutschland verkaufte kein Beta-Asaron enthält. Der Gehält an ätherischem Öl schwankt zwischen 1,7 % und 8,7 %. Der Gehalt an Beta-Asaron schwankt zwischen 0 und 96 % vom ätherischen Öl. Europäische, asiatische und nordamerikanische Unterarten weisen verschiedene Zusammensetzungen auf, wobei asiatischer Kalmus eher beruhigend, nordamerikanischer eher anregend wirkt. In Deutschland verkaufter Kalmus ist meist wenig oder nicht psychoaktiv. J. Ott vermutet daher bisher unerforschte Wirkstoffe in nordamerikanischen Arten.

Bezugsquellen:

Getrocknete Wurzeln: Apotheken, Kräuterhandel, Elixier, Samen, lebende Pflanzen in Gärtnereien

Kalmus war häufig Bestandteil von Absinth.

Quebracho (Aspidosperma quebracho-blanco):

Dieser Baum aus der Familie der Apovynaceen, der gleichen, in der sich z.B. Iboga befindet, stammt aus Südamerika und wird dort in der Volsmedizin verwendet.

Verwendung:

Abkochungen oder Tinkturen aus der Rinde

Wirksame Inhaltsstoffe:

die Alkaloide Aspodospermin, Quebrachin u.a.

Wirkung: aphrodisierend

Nebenwirkung: Überdosen können Brechreiz auslösen

Bezugsquellen: Elixier, Apotheken

Sonstiges:

Aus einer Zeitschrift: " Bei der Erforschung der Aphrodisiaka sind wir zu der Erkenntnis gekommen, dass Mischungen wesentlich besser und umfassender wirken, als die einzelnen Pflanzen ... eine durchaus wirksame Pflanze ... dieses Wirkungsbereichs ist Quebracho."

Yohimbebaum (Corynanthe Yohimbe):

Westafrikanischer Baum, dort seit langer Zeit als Aphrodisiakum in Gebrauch.

Verwendung:

3 bis 8 Teelöffel der Rinde werden 10 Minuten in einem halben Liter Wasser gekocht, abgeseiht und langsam getrunken. Die Zugabe von einem Gramm Vitamin C (Ascorbinsäure) pro Tasse läßt den Effekt schneller und stärker eintreten. Leider schwankt der Wirkstoffgehalt der in der BRD angebotenen Ware stark; es gibt sowohl Chargen, bei denen 2 bis 3 Teelöffel deutlich wirksam sind, als auch andere, bei denen eine Handvoll erforderlich ist. Es wird empfohlen, zuerst mit niedrigen Dosierungen vorsichtig die individuelle Verträglichkeit zu bestimmen.

Wirksame Inhaltsstoffe: Yohimbin u.a.

Wirkungen:

Erste Wirkungen nach einer halben Stunde, nach einer viertel Stunde mit Arcorbinsäure. Warmer, angenehmer Schauer im Bereich der Wirbelsäure, Stimulierung, sexuelle Erregung, leichte Veränderungen der Wahrnehmung, aber keine Halluzinationen, manchmal spontane Erektionen. Sexuelle Aktivitäten wirken besonders angenehm. Nicht selten tritt das Gefühl auf, die Körper würden ineinander verschmelzen. Dauer: etwa 2 bis 4 Stunden. Danach angenehmes, entspanntes Gefühl.

Nebenwirkungen:

Der Tee schmeckt äußerst unangenehm. Manchmal wird während der ersten Minuten eine leichte Übelkeit verspürt. Vitamin C reduziert das.

Bezugsquellen:

Die Rinde gibt es rezeptfrei in Apotheken. Die Reinsubstanz, Yohimbin, ist rezeptpflichtig. Leider gibt es selbst für Apotheken oft erhebliche Bezugsprobleme, der Bezug ist für Apotheker mühsam und kaum lohnend. Es wird daher häufig behauptet, Yohimbe-Rinde sei inzwischen rezeptpflichtig. Das stimmt derzeit (September 1995) definitiv nicht.

Sonstiges:

Die diversen Mittelchen, die im Versandhandel per Kleinanzeigen oder durch Sex-Shops verkauft werden, und Yohimbin enthalten, enthalten dieses in so geringer Konzentration, dass eine Wirkung ausgeschlossen ist.

Guarana (Paullinia cupana):

Die Guarana-Pflanze ist eine Liane, die am oberen Amazonas und Orinoko in Brasilien wächst.

Verwendung:

Verwendet werden die gemahlenen Samen. Seitdem Guarana auch hier populär gemacht wurde, sind verschiedene Zubereitungsformen im Handel: gemahlener Samen, Tinkturen, Kaugummis und anderes.

Wirkungen:

Anregend. Südamerikanische Indianer nehmen Guarana zur sexuellen Stimulation, gegen Kopfschmerzen und Fieber.